Freisprechung und Gautschen 2018


Wir gratulieren Carina Möhlmeyer und Franziska Gerdes! Beide haben ihre Ausbildung zur Medientechnologin Druckverarbeitung (früher Buchbinder/in) in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen und werden nun weitere Erfahrungen im Berufsleben sammeln.

Am 22. Juni 2018 bekamen Carina und Franziska auf der Freisprechungsfeier in Oldenburg ihren Gesellenbrief überreicht. Aber was wäre eine abgeschlossene Ausbildung ohne Gautschen? Das hat sich auch die Berufsschule BZTG-Oldenburg gedacht und eine Gautschzeremonie organisiert.

Freisprechung

Die Tradition des Gautschens:

Seit dem 16. Jahrhundert ist es Brauch Buchdruckerlehrlinge nach bestandener Abschlussprüfung zu gautschen. Dabei wird der Lehrling im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt.

Der Begriff „Gautschen“ beschreibt ursprünglich das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage, also den ersten Entwässerungsschritt beim Papierschöpfen. Ziel der Gautschzeremonie ist es, die Druckerschwärze und den Papierstaub sowie die schlechten Manieren aus der Lehrzeit von den „frisch geschöpften“ Buchdruckern abzuwaschen. Anschließend sind sie dann anerkannte Gesellen, weshalb das Gautschen auch „Buchdruckertaufe“ genannt.

Ablauf der Gautschzeremonie:

Die traditionelle Gautschfeier folgt einem bestimmten Ablauf. Über den Zeitpunkt der Feier sind lediglich die sogenannten „Packer“, der Gautschmeister und der Schwammhalter informiert. Auf das Kommando „Packt an!“ des Gautschmeisters wird der sogenannte Gautschling von den Packern gefesselt, damit dieser nicht entfliehen kann. Gelingt ihm nämlich die Flucht, muss er die Gautschfeier nicht selbst bezahlen.

Nun wird der Gautschling in aller Öffentlichkeit auf einen nassen Schwamm gesetzt und über ihm wird ein getränkter Schwamm ausgedrückt. Im Anschluss daran wird er an Armen und Beinen gepackt und mit Schwung in ein Becken voll kaltem Wasser geworfen. Als Erinnerung bekommt der neue Geselle einen Gautschbrief, der ihn vor einer erneuten „Taufe“ bewahrt. Früher war der Gautschbrief sogar noch wichtiger als der Gesellenbrief, um eine Anstellung in der Druckerzunft zu erhalten. Nach altem Brauch wird die traditionelle Zeremonie mit Essen, Trinken und fröhlichen Liedern begleitet, sodass alle Beteiligten ihren Spaß haben.

Gautschbrief

Gautschen heute:

Auch in der Gegenwart ist der Brauch noch bekannt und wird vor allem in traditionsreichen, alten Firmen gerne zelebriert. Heutzutage werden nicht nur Drucker- und Buchbinderlehrlinge, sondern hin und wieder auch Mediengestalter gegautscht, obwohl diese im alltäglichen Arbeitsablauf nicht mehr mit Druckerschwärze in Berührung kommen.

Um auch hier den Brauch wieder aufleben zu lassen, haben auch wir von der printoo GmbH in der Vergangenheit bereits ein paar Mal die Gautschzeremonie gefeiert. Mehr dazu gibt es hier im printoo-Blog unter folgenden Links:

Erfolgreiche Azubis & Gautschen 2015

Cold Water Challenge 2014 und Gautschen die Zweite

Gautschen 2014 – Erster Medientechnologe Druckverarbeitung

Gautschen auf der Weihnachtsfeier 2012

Nichts für „Warmgautscher“

Gautschen

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